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Ziele / Aufträge von reset+

im Rahmen der Hilfeplanung werden von der federführenden Fachkraft mit den Familienmitgliedern konkrete Ziele / Aufträge erarbeitet. Diese Ziele werden nach Beginn der Maßnahme anhand des tatsächlichen Bedarfs präzisiert und gegebenenfalls modifiziert. Der Fokus der jeweiligen Hilfestellung richtet sich sowohl auf das gesamte Familiensystem als auch die einzelnen Familienmitglieder. Das Klären und Verstehen möglicher Ursachen und Zusammenhänge der Problematik sowie das Schaffen einer Motivationsgrundlage für positive Veränderung und Mitwirkung sind grundlegende Ziele. Wir unterbrechen die Drehtürrealitäten und permanenten Abbrüche. Im Vordergrund stehen stets die Sicherung des Kinderwohls und die Schaffung eines dauerhaften Lebensortes des jungen Menschen. Kinder und Jugendliche werden in ihrer sozialen und individuellen Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gefördert. Die Eltern Erreichen eine eigenständige, verantwortliche Erziehungsfähigkeit. Das Familiensystem wird stabilisiert.

Zielgruppe

Zum Personenkreis gehören Kinder, Jugendliche und deren Familien, bei denen auf Grund nachfolgender Aspekte erzieherischer Bedarf in Form von ambulanter Erziehungshilfe besteht.

  • Besonders herausfordernde Kinder, Jugendliche und Familiensysteme zwischen Psychiatrie, (geschlossenen) Einrichtungen, Unterbringung, Rückführungen und Justiz, um „Systemherausforderer“ einen langfristigen Lebensort zu ermöglichen.
  • Kinder und Jugendliche, die durch ihr Verhalten und Beeinträchtigungen nicht in Einrichtungen verbleiben können („Drehtürklientel“).
  • Eltern, die auf Grund unterschiedlicher Ursachen ihrer Erziehungsverantwortung nicht gerecht werden können.
  • Eltern, deren Kind gerade in einer Einrichtung untergebracht ist
  • Eltern, deren Kind aus Einrichtungen zurück in das Familiensystem kommt
  • das gesamte Familiensystem, das durch verschiedene inner- und außerfamiliäre Belastungen in seinem Zusammenspiel beeinträchtigt ist.
  • Einrichtungen, die für die Besonderheiten der Zielgruppe nicht genügend Ressourcen zur Verfügung haben

Besonderheiten der Zielgruppe

Die Zielgruppe zeichnet sich durch hoch belastete Kinder, Jugendliche, Familien und vor allem so genannte Systemherausforderer aus. Baumann hat dieses Klientel 2014 folgendermaßen beschrieben: „Hoch-Risiko-Klientel, welches sich in einer durch Brüche geprägten negativen Interaktionsspirale mit dem Hilfesystem, den Bildungsinstitutionen und der Gesellschaft befindet und diese durch als schwierig wahrgenommene Verhaltensweisen aktiv mitgestaltet“.
Die Erfahrung, die betroffene Kinder, Jugendlichen und deren Familien prägt, ist sozialer Ausschluss und emotionale Verlassenheit. Sie stehen mit Erwachsenen und Institutionen nicht (mehr) in einer vertrauensvollen Kommunikation und haben die Hoffnung aufgegeben, dass sie mit ihren Bedürfnissen eine positive Resonanz finden.
Oft gilt das Prinzip des Durchreichens von einer Institution zur Anderen (in der Regel bei Verschärfung der Maßnahme), von Nicht-Zuständigkeits-Erklärungen und mit permanenten Abbrüchen und dem Ausschluss von Gemeinschaften. Hier kann von einem Institutionellen Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit einhergehender Schuldzuweisung und Pathologisierung gesprochen werden. Die De-Humanisierung von emotionalen (Kern)erfahrungen löst häufig als ultimativen Effekt Wut, Angst und Depression bei den Beteiligten aus (in Anlehnung an Baumann).

Die Hilfe wendet sich somit an Kinder, Jugendliche mit deren Familien und Einrichtungen mit äußerst schwierigen und hochkomplexen Problematiken. Vorhandene belastende Faktoren können u.a. sein:

  • Verdacht oder Vorliegen von Kindeswohlgefährdung in der Familie
  • psychische Auffälligkeiten, Störungen oder Krankheiten
  • selbst- oder fremdgefährdendes Verhalten
  • an der ‚Drehtüre` von Jugendhilfeeinrichtungen oder Kliniken
  • falls eine stationäre Unterbringung vorgesehen ist, die jedoch von den Kindern oder Jugendlichen abgelehnt/abgebrochen wird, oder/und deren Eltern sich gegen eine stationäre Maßnahme aussprechen.
  • vermehrt delinquentes Verhalten
  • Suchtprobleme
  • vor dem Hintergrund von LGTBQ+
  • auf der Straße
  • unsichere Bindungserfahrung
  • nachhaltig belastete Familien, die sich in akuten bzw. chronischen Krisensituationen befinden und eine intensive Betreuung benötigen.
  • Verdacht oder Vorliegen von (sexuellem) Missbrauch
  • Vernachlässigung
  • unzureichende Erziehungsfähigkeit
  • mangelnde Integration aufgrund von Migrations- oder Fluchterfahrung und komplexe Schwierigkeiten in der Bewältigung dieser Thematik
  • mangelnde schulische Integration

Teamleitung reset+
Dr. Andreas Keck
Brecherspitzstr. 8, 81541 München
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