Die Teilgeber

Teilhabe und Teilgabe von Migranten und Flüchtlingen in Nachbarschaft und Stadtteil

Die Herausforderung
Münchens Nachbarschaften werden durch die aktuelle Zuwanderung aus dem In- und Ausland bunter, vielfältiger und größer. Um die Integration und den sozialen Zusammenhalt  zu sichern fördert die LHM seit über 15 Jahren die quartierbezogene Bewohnerarbeit mit derzeit 39 Nachbarschaftstreffs.
Nachbarschaften werden als Kommunikations- und Unterstützungssystem wieder wichtiger. Sie spielen eine bedeutende Rolle bei der Integration, sozialräumlichen Verortung und sozialen Identitätsentwicklung von Menschen. Hier wird der Alltag bewältigt, finden sich die sozialen Netze, hier ist der Ort in dem man Anerkennung erfahren kann und in dem bürgerschaftliches Engagement wirkt.
Insbesondere das Engagement von Zugewanderten zeigt sich in Formen der gegenseitigen Hilfe und  nachbarschaftlichen Unterstützung und weniger im Rahmen von „organisiertem Freiwilligenengagement“. Entsprechend ist es wichtig dieses Engagement auch im Wohnumfeld bzw. der Nachbarschaft zu fördern.  Beteiligungsprozesse in der Nachbarschaft bieten außerdem gerade für Menschen ohne bürgerliche Ehrenrechte eine Möglichkeit, sich bei der Gestaltung des Gemeinwesens einzubringen.
Aufgrund unterschiedlicher Werte, Traditionen und politischer Systeme funktionieren Nachbarschaften und Gemeinschaften (Communities) in den verschiedenen Kulturen unterschiedlich. Für die kommunale Politik wie auch die soziale Arbeit in den Quartieren stellt sich die Frage, wie mit dieser Heterogenität umgegangen wird, wie unter diesen Voraussetzungen der soziale Zusammenhalt gestärkt und der interkulturelle Austausch gefördert werden kann.
Dafür braucht es zum einen das gegenseitige Kennenlernen und Verständnis des jeweils anderen Lebensstils, der Gewohnheiten und Bedürfnisse (–> Interkulturelles Lernen). Zum anderen müssen für eine gelingende Integration Partizipations- und Teilhabemöglichkeiten für Zugewanderte insbesondere im sozialen Nahraum eröffnet werden.
Um eine schnellstmögliche Integration auszubilden ist es wichtig, Neuzugewanderte zu unterstützen ihre eigenen Ressourcen und Kompetenzen in die Aufnahmegesellschaft einzubringen, damit sie sich in der deutschen Gesellschaft verorten und positionieren können, sich zugehörig und eingebunden fühlen können und nicht auf die Rolle des Hilfsempfängers reduziert bleiben (–> zum Teilgeber werden).

DAS PROJEKT
Das Projekt „Die Teilgeber“ setzt genau an diesen Schwerpunkten („Akzeptanz von Diversität/Interkulturelles Lernen“ und „Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls durch Teilhabe“) an und verbindet diese miteinander. Das Projekt ist im unmittelbaren Wohnumfeld der Neuzuwanderer angesiedelt und wird primär in den Nachbarschaftstreffs umgesetzt.

Teilgabe
Jedes Mitglied der Gesellschaft kann an der Gestaltung des gesellschaftlichen Miteinanders in allen Fragen, die sein Leben betreffen, mitwirken.
Das Leben besteht aus Geben und Nehmen: etwas für die Gesellschaft geben zu können, um auf gleicher Augenhöhe agieren zu können, ist eine Voraussetzung für Teilhabe.

Akzeptanz von Diversität
Um Akzeptanz stiften zu können braucht es Kenntnis und Verständnis für die Verschiedenheit der jeweiligen Kulturen. Zur Generierung dieses Wissens befragen wir bereits engagierte Migrant/innen in Form einer explorativen Studie. Uns geht es dabei um die Frage, wie Nachbarschaft und sozialer Zusammenhalt in den Herkunftskulturen er- und gelebt wurden und welche Schlüsselmomente wir in die Nachbarschaftsarbeit übernehmen können, damit Neuzugewanderte besser teilhaben können.
Die Ergebnisse dieser Studie werden umgesetzt und veröffentlicht:

  1. als Wanderausstellung mit interkulturellen Begleitveranstaltungen in den Nachbarschaften
  2. als Lesebuch (Arbeitstitel „Mein Nachbar aus …“) werden mit Geschichten, Zitaten und Beispielen die nachbarschaftlichen Lebenswelten einfach und anschaulich dargestellt,
  3. in Handlungsansätze zur Teilhabeförderung für die Fachöffentlichkeit,
  4. durch die Gewinnung von engagierten Migrant/innen als „Teilgeber“.

Stiftung / Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls durch Teilhabe
Im zweiten Teil des Projekts werden engagierte Migrant/innen zu Teilgebern: Sie unterstützen Neuzugewanderte dabei sich entsprechend ihrer Ressourcen und Kompetenzen für die Nachbarschaft und den Stadtteil zu engagieren. Sie vermitteln Partizipations- und Engagementmöglichkeiten, fördern demokratisches Handeln und sind Brückenbauer in die Aufnahmegesellschaft. Durch ihr eigenes Engagement werden Neuzuwanderer wiederum selbst zu Teilgebern.

Projektlaufzeit:
Juli 2016 bis November 2018

Förderung:
Bundesministerium des Innern / Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Landeshauptstadt München / Sozialreferat

Kooperation:
Bellevue di Monaco eG – Gemeinnützige Sozialgenossenschaft
Heimaten e.V. – Netz für Chancengerechtigkeit
Jane Addams Zentrum e.V. und Nachbarschaftsarbeit „Alte Heimat“
Verschiedene Migrantenorganisationen (MORGEN)

Kontakt:
Alexandra Ruzicka
-Bereichsleitung Nachbarschaftstreffs-
Verein für Sozialarbeit e.V.
Winzererstr. 90, 80797 München
T: 089 126650 – 51

Homepage: Teilgeber

 

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